#012 Go-to-Person als Brückenbauer im Unternehmen

28. Dezember 2023
mariaprinzmsc-blog-header-012-gotoperson-1280x.webp

Von Innen heraus: Wie Go-to-Personen Mitarbeiter in echte Markenbotschafter verwandeln

Zum Jahresende können wir viele Rückblicke aber auch Ausblicke in Zeitungen oder auf Social Media lesen bzw. auch hören. Diese beiden neuen Jobbeschreibungen in einem LinkedIn-Beitrag haben mich zum Nachdenken angeregt. Ich zitiere:

🤝 Business Influencer. Vielleicht ist Dir in Deinem Feed auch schon der eine oder andere Beitrag von größeren Personal Brands mit der Markierung "[Anzeige]" aufgefallen. Immer mehr Thought Leader lassen sich ihre Reichweite auf LinkedIn bezahlen und gehen Werbekooperationen mit den verschiedensten Marken ein. 2024 wird eine neue Ära beginnen: Bookings von Business Influencern!

💥 Vollzeit Corporate Influencer. Was gerade noch eine Seltenheit ist, wird in großen Konzernen/Unternehmen eine etablierte Jobposition. Vollzeit Corporate Influencer werden eine Schlüsselrolle dabei spielen, die Bindung zwischen Unternehmen und Community zu stärken und die Art und Weise, wie wir über Unternehmenskommunikation denken, neu zu definieren.

Ich habe mir dazu natürlich meine Gedanken gemacht und mir meine Wunsch-Job-Position in den Unternehmen überlegt. Und zwar hätte ich gerne Menschen in Unternehmen, die eine Art Vertrauensperson für Kolleginnen und Kollegen darstellen. Ich habe den Begriff „Go-To-Person“ dazu gefunden.

 

ChatGPT habe ich um eine objektive Beschreibung zu diesen Jobposition gebeten und dabei folgendes erhalten: „Go-to-Person“ und „Corporate Influencer“ sind zwei Begriffe, die im geschäftlichen Kontext verwendet werden, um unterschiedliche Rollen und Funktionen zu beschreiben, schreibt ChatGPT und erklärt weiters:

„Go-to-Person“ ist eine Person, die aufgrund ihres Fachwissens, ihrer Erfahrung oder ihrer Fähigkeiten als Ansprechpartner für bestimmte Themen oder Aufgaben betrachtet wird. Diese Person wird oft als erste Wahl oder Hauptansprechpartnerin betrachtet, wenn andere Hilfe, Rat oder Informationen zu einem bestimmten Thema benötigen. Die „Go-to-Person“ zeichnet sich durch Verlässlichkeit, Fachkompetenz und die Fähigkeit aus, Lösungen für Probleme anzubieten.

Ein „Corporate Influencer“ hingegen ist eine Person innerhalb eines Unternehmens, die eine starke Präsenz in sozialen Medien oder anderen Kommunikationskanälen hat und in der Lage ist, die Meinungen, Einstellungen und Verhaltensweisen anderer zu beeinflussen. Im Gegensatz zur traditionellen Hierarchie können Corporate Influencer aufgrund ihrer persönlichen Marke, ihres Wissens oder ihrer Persönlichkeit Einfluss innerhalb und außerhalb des Unternehmens ausüben. Diese Personen können als Botschafter des Unternehmens auftreten und dazu beitragen, die Markenbekanntheit, das Image und die Glaubwürdigkeit zu stärken.

Zusammenfassend lässt sich laut ChatGPT sagen, dass die „Go-to-Person“ aufgrund ihrer Fachkompetenz und Zuverlässigkeit als Ansprechpartnerin für bestimme Themen innerhalb des Unternehmens betrachtet wird. Der „Corporate Influencer" hingegen nutzt seine Persönlichkeit und Präsenz, um Einfluss auf die Wahrnehmung des Unternehmens und seiner Marken auszuüben, oft auch außerhalb der direkten Unternehmensgrenzen.

In der heutigen Geschäftswelt, in der die Außenwahrnehmung eines Unternehmens einen erheblichen Einfluss auf den Geschäftserfolg sowie immer mehr auf die Personalsuche hat, wird bewusst viel Aufmerksamkeit daraufgelegt, wie der Betrieb nach außen präsentiert wird. Employer Branding ist hier das Zauberwort. Dabei gerät jedoch gerne aus dem Blickfeld, dass die Mitarbeiter das wahre Gesicht und die wahre Stimmung eines Unternehmens repräsentieren. Und hier möchte ich die Rolle der „Go-to-Person“ als wirksamen Lückenfüller ins Spiel bringen.

In einem Unternehmen gibt es zahlreiche zwischenmenschliche Herausforderungen, aber auch persönliche Hürden sowie private Probleme, die oft nicht ausreichend Beachtung finden. Diese Herausforderungen haben jedoch erhebliche Auswirkungen auf das Betriebsklima und letztendlich auf den Erfolg des Unternehmens. Die Go-to-Person ist meines Erachtens die Person, die sich dieser zwischenmenschlichen sowie persönlichen Herausforderungen der Kolleginnen und Kollegen annimmt, also eine Brücke zwischen den Mitarbeitern bildet und dazu beiträgt, dass sich alle im Unternehmen wohlfühlen.

Die Go-to-Person ist somit nicht so sehr eine Ansprechpartnerin für fachliche Fragen, sondern vielmehr für zwischenmenschliche Anliegen. Sie schafft Vertrauen, fördert eine offene Kommunikation und sorgt dafür, dass die Mitarbeiter sich gehört und verstanden fühlen. Diese Rolle ist entscheidend, um eine positive und produktive Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Sie ist auch im besonderen Maße relevant, wenn es darum geht, neue Projekte umzusetzen und Veränderungen im Betrieb zu forcieren.

Während ein Corporate Influencer meist nur darauf abzielt, das Unternehmen nach außen hin positiv darzustellen, liegt der Schlüssel für eine starke Unternehmensreputation allerdings ganz besonders im Inneren. Die Go-to-Person spielt dabei eine entscheidende Rolle, damit die Mitarbeiter zu authentischen positiven Markenbotschaftern werden.

Denn eines muss dir klar sein: Deine Mitarbeiter sind bereits Markenbotschafter, entweder auf eine positive Art oder auf eine negative Art, aber definitiv sind sie bereits Markenbotschafter. Dies ist eine Tatsache, die vielen Unternehmensleitungen nicht vollinhaltlich bewusst ist.

Nicht erst einmal habe ich von Arbeitnehmern gehört: „Wir bekommen jetzt eine Prämie von z.B. 500 Euro, wenn wir einen neuen passenden Mitarbeiter finden. Aber ich verzichte lieber auf das Geld, bevor ich jemandem antue, in unserer Firma arbeiten zu müssen.“

Das ist eine extrem starke Aussage, die kein Corporate Influencer in der Außenwirksamkeit wettmachen kann!

 

Wenn allerdings die Mitarbeiter eines Unternehmens sich verstanden, geschätzt und unterstützt fühlen, tragen sie ganz automatisch ihre positive Erfahrung auch nach außen.

Authentizität ist also der Schlüssel. Wesentlich ist, dass es eine für den Betrieb positive Authentizität ist, weshalb die zwischenmenschliche Komponente einen so besonderen Faktor einnimmt.

Im Gegensatz zu einem Corporate Influencer, der oft als externer Sprecher wahrgenommen und deshalb als bezahlt sehr wohl in Frage gestellt wird, sind die Mitarbeiter die wahren Gesichter und Stimmen des Unternehmens.

Eine positive und unterstützende Unternehmenskultur, durch Go-to-Personen mitgestaltet, trägt nicht nur zum Wohlbefinden der Mitarbeiter bei, sondern hat auch direkte positive Auswirkungen auf die Unternehmensergebnisse. Mitarbeiter, die sich wertgeschätzt fühlen, sind motivierter und engagierter und auch bereit, aus ihrer Komfortzone zu treten. All das spiegelt sich einerseits in geringeren Krankenstand-Zahlen wider, aber auch andererseits in einer verbesserten Leistung und Produktivität eben als Gewinn in der Bilanz.

Unternehmen sollten daher nicht nur darauf abzielen, sich nach außen positiv zu präsentieren, sondern vielmehr auch interne Strukturen schaffen, die ein gesundes und unterstützendes Arbeitsumfeld fördern. Die Go-to-Person spielt hier eine entscheidende Schlüsselrolle, indem sie dazu beiträgt, dass alle Mitarbeiter zu authentischen und gewünscht positiven Markenbotschaftern werden.

Betriebliches Wohlbefinden wird somit im Unternehmenserfolg sichtbar.

Insgesamt liegt der wahre Wert eines Unternehmens eben nicht in seinem äußeren Image, sondern vor allem in der Zufriedenheit, dem Engagement und der Authentizität seiner Mitarbeiter. Unternehmen, die dies erkennen und gezielt in die zwischenmenschliche Kompetenz investieren, werden nicht nur im Inneren florieren, sondern auch nach außen strahlen.

Meiner Erfahrung nach gibt es in den Betrieben bereits solche versteckten Persönlichkeiten, die nur mehr einen gezielten Feinschliff und die nötige interne Befugnis brauchen.

Ich bin gespannt, in welche Jobposition du investieren willst: Corporate Influencer oder Go-to-Person. Wähle weise!

Eine positive und unterstützende Unternehmenskultur, durch Go-to-Personen mitgestaltet, trägt nicht nur zum Wohlbefinden der Mitarbeiter bei, sondern hat auch direkte positive Auswirkungen auf die Unternehmensergebnisse.
Maria Prinz, MSc
mission-poleposition-bildmarke-02-4c-1280x.webp

Es sind die Brückenbauer im Unternehmen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Unternehmenskultur haben. Meist haben sie bereits intern diesen vertrauensvollen Ruf einer Go-to-Person, die du nur mehr weise nutzen musst.